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 Huber Präzisionsmechanik AG Chälistrasse 6, 5627 Besenbüren
Telefon +41 56 622 26 62 E-Mail info@hpme.ch
 www.hpme.ch
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   Nullkommadrei Millimeter
Kleinteile aus Metall, Kunststoff und Speziallegierungen bear- beitet die Huber Präzisions- mechanik AG. Das kleine, aber feine Familienunternehmen nahm 1986 den Betrieb auf und wird seit 2015 in zweiter Generation geführt. Im 2012 bezogenen Besenbürener Fabrikgebäude entstehen
Teile für die Elektro- und Messindustrie sowie für die Medizinaltechnik.
Daniel Huber zieht eine Schublade heraus und gibt den Blick frei auf ein faszinierendes Nebeneinander von Kleinstteilen: farbige Titanschräubchen, fein ziselierte Muttern, abgestufte Stiftchen, mehrteilige Röhrchen und filigrane Scheiben. Fotografiert werden dürfen diese Teile aber nicht: «Diskretion und Zurückhaltung sind in unserer Bran- che wichtig», erklärt der Firmeninhaber. Mit dem, was seine Firma herstellt, kommt der Endverbraucher häufig nicht mal indirekt in Berührung, sondern erst über zwei Stufen. Also quasi in-indirekt. Die Kleinteile ab 0,3 mm werden in Konstruktionen verbaut, diese dann nochmals in eine weitere Maschine. Sie stecken unter anderem in Motorensteuerun- gen, in Airbags oder Spritzgussanlagen.
In einem Bereich ist die Arbeit der Firma bzw. deren Qualität auch für den Privatmen- schen existenziell wichtig. Leider kriegen wir nichts davon mit – weil wir dann meist schlafen. «Wir beliefern einen Hersteller für Medizinaltechnik mit Teilen für sein Endos- kop», löst Daniel Huber das Rätsel auf. Wenn wir dann aus der Untersuchung der Speise- röhre erwachen, wohlbehalten und ohne das kleinste Kratzen im Hals, ist das auch der Firma aus Besenbüren zu verdanken.
Wie alles begann
Angefangen hat alles 1986 in der Garage eines Wohlener Einfamilienhauses. Daniel Hubers Vater Felix arbeitete dort in seiner
Freizeit und belieferte mehrere Unterneh- men – mit Unterstützung von Ehefrau Olivia. Die Arbeitsqualität fand so grossen Anklang, dass Felix Huber bald seine Festanstellung kündigte und sich selbstständig machte. Gleichzeitig wurde der Maschinenpark er- weitert, um die wachsenden Kundenauf- träge bewältigen zu können. Weil die Garage bald aus allen Nähten platzte, zog man ein paar Hausnummern weiter in eine Werkstatt, wandelte die Einzelfirma in eine AG um und vergrösserte den Maschinenpark. Gleichzei- tig gingen die Hubers den Weg aller echten Profis – sie spezialisierten sich. Und zwar auf Teile für die Medizinal-, Mess- und Sen- sortechnik. Sohn Daniel folgte in den vä- terlichen Fussstapfen und lernte ebenfalls Polymechaniker. Er stieg 2003 in den Famili- enbetrieb ein, übernahm diesen schrittweise – seit 2015 ist er der Inhaber. Und Vater Felix geniesst seither den mehr als wohlverdien- ten Ruhestand – denn gearbeitet hat er für zwei. In den über drei Jahrzehnten Tätigkeit sind tiefe Kundenbeziehungen entstanden. «Was Vater und Mutter angefangen haben, will ich weiterführen. Das ist mir ein gros- ses Anliegen», so Daniel Huber. Auch der
familiäre Charakter der Firma wurde beibe- halten. Im Büro ist Daniel Hubers Ehefrau in der Werkstatt immer noch die Mutter. Vater Felix schaut vorbei, wenn Not am Mann ist. Er hat dem Junior eine erstklassig aufge- stellte Firma hinterlassen, in der ein einge- spieltes Team arbeitet. Daniel Huber ist als Geschäftsführer auch häufig anderswo ge- fordert, steht aber immer noch gerne selber an der Maschine. Am liebsten hat er Knack- nüsse, getreu einem Spruch auf der Web- site. «Fordern Sie uns heraus», steht da. Das darf man gerne wörtlich nehmen.
       





















































































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